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Erscheinungsjahr: 

2015

CD-Rezension: Meditativer Klangteppich mit eingewebter Weltmusik

Margot Reisinger: „Buddha and Bonsai“ Vol 5, Audio-CD

Meditativer Klangteppich mit eingewebter Weltmusik

 

Margot Reisinger: „Buddha and Bonsai“ Vol 5,  Audio-CD,   Costa Verde (Indigo) , ASIN:B000BGHAS8 , 19,90 Euro, auch verfügbar als MP3

 

Qigong üben mit Musik – an dieser Frage scheiden sich die Geister. Die allermeisten - vor allem wenn es sich um Ausbilder handelt -  sagen, Musik störe beim Üben. Natürlich haben sie damit Recht. Wenn ich allein für mich übe, benutze ich selten Musik. Aber viele meiner Teil­nehmer und Teilnehmerinnen an meinen Qigong-Kursen schätzen, ja lieben das Üben mit Musik. Für viele Anfänger ist die Musik ein weiterer, aber in erster Linie ein angenehmer Bestandteil von etwas „völlig Fremden und Unge­wohnten“,  einer Qigong-Stunde, wie ich es in vielen Rückmeldungen schon vernommen habe. Unzählige Male wurde ich auch gebeten, die Herkunft meiner Musik zu verraten. Hier sei nun eine der neueren Produktionen aus der Er­folgsreihe „Buddha and Bonsai“ empfohlen, die schon seit  etwa 15 Jahren sehr erfolg­reich ist.

 

Wegen der menschlich zweifelhaften Seite des Produzenten der ersten Ausgaben dieser Reihe, einem rechtskräftig verurteilten Deutschen mit dem Künstlernamen Oliver Shanti, will ich lieber die Produktion von Margot Reisinger vorstellen, die diese Erfolgsreihe fortgesetzt hat. Auch die Plattenfirma hat seit den Vorwürfen an Shanti gewechselt. Seit der 4. CD  wird unter dem Label „Costa Verde“ produziert. Wer den Stil der ersten Ausgaben dieser Reihe gewohnt ist, wird es schnell bemerken: Der Stil ist ein wenig anders geworden. Manche Passagen erinnern an indische Musik oder wecken Assoziationen an Nepal. Margot Reisinger spielt bis auf die japanische Shakuhachi-Flöte alle Instrumente selbst: von der Ti-tzu (chinesische Flöte), dem Monochord, der japanischen (Koto) und chinesischen (Gu-cheng) Wölbbrett-Zither bis zu modernen Instrumenten wie Keyboard, Percussion und akustischer Gitarre. So entsteht ein wunderbarer Klangteppich, der mit seinen meditativen Klängen das körper­liche Üben gut begleiten kann. „Buddha and Bonsai“ hat – außer den verwen­deten alten Musikinstrumenten – nichts mit klassischer chinesischer Musik zu tun, sondern ist moderne Meditationsmusik mit Elementen der Weltmusik.

 

Die einzelnen Musikstücke (sechs an der Zahl  mit einer Gesamtspieldauer von knapp 55 Minuten) unterscheiden sich kaum von ihren Melodien her. Insofern kann ich kein „Lieblingsstück“ benennen. Andererseits würden mich große Unterschiede vermutlich stark beim Üben behindern. So wird es wohl vielen Nutzern und Hörerin­nen gehen wie es mir geht mit dieser Musik: Sie begleitet meine Reise zu mir selbst, ohne mich abzulenken und aufdringlich zu werden und verhindert, dass meine Aufmerk­samkeit auf etwas außerhalb des Raums abschweift. Das darf dann doch eine kleine Investition wert sein, oder? Ich würde aber dringend empfehlen, wenn irgend möglich, vor dem Kauf der CD eine (kleine) Hörprobe zu nutzen. Ge­schmäcker sollen ja sehr unterschiedlich sein!

 

Ralf Jakob

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