10.01.2017

Das Wasserelement

Das chinesische Schriftzeichen für Wasser. Das
ursprüngliche Bild: ein Hauptstrom und zwei
Seitenarme. Kalligraphie von Petra Hinterthür.

Die Bedeutung des Funktionskreises Wasser sowie eine einfache Übung zur Stärkung der Nieren beschreibt Petra Hinterthür in ihrem Buch „Qigong nach 5 Elementen“.

Wir beginnen den Fünf-Elemente-Zyklus mit dem Wasser, weil es die Basis für Entstehen, Wachsen und Wandlung ist. Es ist den Nieren, der Blase und dem unteren Dantian zugeordnet.

Die Nieren wurden von den Chinesen nicht nur als Filterungs- und Entgiftungsorgan betrachtet, sondern als Speicher der „Lebensessenz“, der Energie, die der Mensch von seinen Eltern mitbekommen hat. Dieses Reservoir wird im Laufe des Lebens verbraucht.

Umso wichtiger ist es, immer wieder Energie/Qi im ganzen Körper zu verteilen, Mark zu produzieren, das für die Entwicklung der Knochen, Zähne, Haare, des Gehirns und Blutes wichtig ist, und um Wachstum zu fördern und Sexual- und Fortpflanzungskraft zu stärken.

Sind die Nieren stark, ist es auch die Blase. Sie sind das Zuhause des Zhi, der Willenskraft und des Urvertrauens. Starke Nieren sorgen für Harmonie im Körper und ein ruhiges Herz.

Ein starkes Wasserelement

Eine starke Nierenkraft bedeutet gesunde Kondition und Konstitution. Der Wassertyp steht „in Saft und Kraft“. Er ist ausgestattet mit Urvertrauen, Überlebensinstinkt und Furchtlosigkeit. Sein Mut, Selbstvertrauen und seine Willensstärke sind stark ausgeprägt. Er ist ein überzeugender und mitreißender Redner.

Im Beruf werden diese Menschen für ihre Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Phantasie und ihre offene, warme und charismatische Ausstrahlung sehr geschätzt. Sie verfolgen mit Beharrlichkeit, intuitiver Neugier und einem genialen Gedächtnis ihr Ziel. Ein starkes Wasserelement verleiht dem Menschen aber auch die Fähigkeit, Stille und das Nichtstun zu genießen, einzutauchen in die Tiefen des Seins, in Verbindung zu treten mit der geistigen Welt und einem spirituellen Weg zu gehen.

Übung zum Wasserelement: das Becken kreisen, die Nieren schwingen

  • Ihre Füße stehen parallel und schulterbreit. Ihre Haltung ist aufrecht und gelöst, und Sie stellen sich vor, dass sich ein inneres Lächeln in Ihrem Körper ausbreitet.
  • Sie führen die Hände zur Taille hoch, um die Taille herum nach hinten und legen die Handrücken auf die Nieren.
  • Beschreiben Sie mit dem Becken Kreise in eine Richtung. Nach 2 bis 3 Minuten wechseln Sie die Drehrichtung mit einer S-förmigen Bewegung und kreisen weitere 2 bis 5 Minuten. Stellen Sie sich vor, dass Ihr Steißbein wie ein Pinsel schöne, runde Kreise malt. Bewegt sich ihr Becken nach hinten, gehen Sie aus dem Hohlkreuz. Lassen Sie die Schultern entspannt. Wenn Ihre Arme müde werden, legen Sie die Hände in die Taille oder lassen die Arme sinken und natürlich mitkreisen.
  • Wenn Ihnen die Übung gut tut, können Sie das Becken bis zu 15 Minuten in jede Richtung kreisen. Lassen Sie die Arme dabei seitlich hängen. Genießen Sie diesen Augenblick der Leichtigkeit.
  • Sammeln Sie sich anschließend im unteren Dantian.

Von Petra Hinterthür, aus ihrem Buch „Qigong nach 5 Elementen“.
olibri Verlag, ISBN 978-3-928 288613, nur über Kolibri Verlag zu beziehen: