22.01.2014

Meridiandehnung für Blasen– und Nierenmeridian

Die Meridiane Blase und Niere bilden nach chinesischer Vorstellung im Gesamtorganismus ein Funktionspaar und sind der Wandlungsphase Wasser zugeordnet. Sie sorgen für die Ausscheidung unreiner Körperflüssigkeiten.
Die „Niere“ wird in der Chinesischen Medizin  als „Wurzel des Lebens“ bezeichnet,  da sie über Geburt, Wachstum, Entwicklung und Fortpflanzung „herrscht“. Vom Zustand des Funktionskreises „Niere“ hängen außerdem die Willenskraft und die Ausdauerfähigkeit ab.

Wenn möglich, führen Sie diese Übung im Fersenschlussstand durch. Da wirkt sie am Besten.

Die Hände werden zuerst vor dem Körper zu einer Schale gefaltet. Beide Hände steigen dann langsam vor dem Körper nach oben bis über den Kopf. Die Handflächen zeigen zum Himmel. Dehnen Sie dabei langsam und sanft von unten nach oben, als wollten Sie „den Himmel stützen“. Spüren Sie bewusst der Dehnung von den Fußsohlen über die Körpervorderseite (Nierenmeridian) bis zu den Händen nach.

Neigen Sie dann den Rumpf nach vorne und führen Sie die gestreckten – aber nicht durchgedrückten (!) – Arme nach unten. Die Handflächen zeigen zum Schluss zum Boden. Wenn Sie dabei auch die Beine möglichst gestreckt (nicht durchgedrückt!) lassen, entsteht eine intensive Dehnung im unteren Rücken und an der Rückseite der Beine, die aber noch angenehm sein sollte. D.h. bitte nicht übertreiben!

Beim Aufrichten geben Sie zuerst in den Kniegelenken nach und rollen anschließend  in einer wellenförmigen Bewegung Wirbel für Wirbel langsam nach oben. Gegen Ende drehen sich die Handflächen wieder nach oben und bilden eine Schale. Diese Übung bitte mehrmals wiederholen.
 
Diese Übung wirkt positiv auf den unteren Rücken und verhilft besonders nach langem Sitzen und Arbeiten zu neuer frischer Energie. Daher wird sie auch oftmals „Autobahn-Raststätten-Übung“ genannt.

Meridiandehnung als PDF
(entnommen von Ralf Jakob (oebi@qigong-gesellschaft.de) aus dem leider vergriffenen Buch von Schmid-Neuhaus, Schoefer-Happ, Dieter Mayer-Allgaier: Qigong, Akupressur & Selbstmassage. Klett-Verlag 2001)