30.03.2017

Intensivwoche in Illertissen „Durch Bewegung in die Ruhe“

Qigong Intensivwoche Illertissen

Bildquelle: Dr. Cornelia Richter

Durch Bewegung in die Ruhe – eine intensive Übungswoche

Anfang November 2016 war es wieder soweit für die alljährliche Herbstintensivwoche für Chan Mi Qigong und Taiji in Illertissen.
18 übungs- und lernbegierige Schüler trafen sich dort vom 2. bis 6. November im Zentrum für Ruhe und Bewegung, um gemeinsam mit Meister Jiang zu üben und von ihm zu lernen.

Birgit Parussel schickte diesen Bericht.

Die Truppe war bunt gemischt; von relativen Anfängern bis hin zu ausgebildeten Qigong-Lehrern war alles vertreten. Geübt wurde wie immer in dem großen, freundlichen und lichtdurchfluteten Raum des Therapiezentrums von Beate Hüfner, die auch Organisatorin und Veranstalterin dieser Intensivwochen ist. Themen der diesjährigen Herbstveranstaltung waren die Erweiterte oder auch Hohe Basisübung und San Mi. Die Übersetzung aus dem Chinesischen übernahm – kompetent und einfühlsam wie immer – Dr. Cornelia Richter.

Jeder Tag begann zum Einstimmen mit der Basisübung. Danach folgten Theorie und Praxis der Hohen Basisübung. Bei der Hohen Basisübung werden nicht nur die zwölf paarigen Hauptleitbahnen geübt, sondern auch die acht Außerordentlichen Meridiane, was ein Lösung letzter Blockaden bewirkt. Schon der Gelbe Kaiser sagte in seinem Buch „Neijing“, dass Krankheiten über die acht Außerordentlichen Leitbahnen behandelt werden können und umgekehrt sich eine gute Gesundheit durch Regulierung derselben einstellt. Bei der Hohen Basisübung wird das Qi durch vibrierende Bewegungen fließend durch den Körper geführt, was eine tiefere Entspannung ermöglicht. Die Bewegungen der Hohen Basisübung sind schon sehr anspruchsvoll, aber sie erleichtern den heilsamen ungehindeten Qi-Fluss sehr. Und so übten wir die einzelnen Abschnitte intensiv in kleinen Gruppen. Am letzten Tag wurden schließlich alle Übungsabschnitte zusammengeführt und von Meister Jiang in einem Durchgang angeleitet.

Nach dem Unterricht der Hohen Basisübung hatten wir immer eine halbe Stunde Pause zur Erfrischung mit Tee, Obst, Gebäck und Knabbereien. Danach ging es weiter mit Taiji im Chen-Stil. Diese Stilrichtung ist die ursprüngliche Form des Taijiquan und zeichnet sich im Gegensatz zu anderen Taiji-Formen durch den reizvollen Wechsel zwischen langsamen, meditativen Bewegungen und schnellen, Energie freisetzenden Bewegungen aus. In kleinen Zweier- bis Vierergruppen aus jeweils Könnern und Nichtkönnern, erarbeiteten wir uns Schritt für Schritt die gesamte 18er Form, während Meister Jiang von Gruppe zu Gruppe ging und die Schüler individuell verbesserte oder den Sinn der einzelnen Bewegungen aufzeigte, denn ein Aspekt des Taijiquan ist die Kampfkunst. So konnten auch die „alten Hasen“ vom Unterricht profitieren und neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen. Nach einer 3,5-stündigen Mittagspause ging es nachmittags mit noch einer Runde Taiji weiter.

Den Tagesabschluss bildete wie immer eine stille Übung des Chan Mi Qigong. „Still“ deshalb, weil sie im Gegensatz zu den „bewegten“ Übungen im Sitzen ausgeführt wird. Stille Übungen dienen auch dazu, das über den Tag hinweg stark aktivierte Qi zu sammeln und zur Ruhe zu bringen. San Mi, „die drei Geheimnisse“, ist eine hohe Übung des Chan Mi Qigong. Hier werden die „drei Geheimnisse“ von Körper (shen), Konzentration (yi) und Mantra miteinander verbunden.

So ließen wir jeden Tag, die neuen Eindrücke verinnerlichend, ausklingen. Leider vergingen die Tage auch diesmal wieder viel zu schnell. Am Sonntag hieß es dann, mit viel neuer Energie aufgetankt und voller neuer Erkenntnisse, Abschied zu nehmen.

Abschließend möchte ich mich noch bei allen für diese bereichernde Woche herzlich bedanken: angefangen bei Meister Jiang, der nicht müde wird, seine Schülern sein Wissen und Können mit stets neuer Begeisterung und unermüdlicher Geduld weiterzugeben, über Beate Hüfner und Cornelia Richter, die den Rahmen zu dieser wunderbaren Veranstaltung geschaffen haben, bis hin zu allen Teilnehmern für das gemeinsame Üben und die vielen wertvollen Gespräche.
Birgit Parussel